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Freitag, 28. Januar 2011

Listerien machen Herzkrank

Listerien sind nicht so leicht klein zu kriegen. Selbst Kälte macht ihnen nichts aus. Auch bei guter Kühlung können sie sich weiter vermehren. Besonders häufig befallen sie Weichkäse.

Listerien sind besonders bei Schwangeren ein Begriff. Während der Schwangerschaft sollen Frauen auf Rohmilchprodukte verzichten, wie z. B. Weichkäse. Eine Infektion mit diesen Bakterien können dem ungeborenen Fötus schaden.

Es gibt eine große Anzahl an Listerien-Stämmen, die für alte Menschen und gesundheitlich Geschwächten gefährlich werden können. Listeria monocytogenes, eine Art Bakterium, befällt zu etwa 10 Prozent das Herz, laut Journal of Medical Microbiology. Diese Art Infektion sind nur sehr schwer zu behandeln. Und sogar ein Drittel verläuft tödlich.

Eine Forschungstruppe mit der Leitung von Nancy Freitag, untersuchten Listerien, die sie aus einem Patienten mit einer schweren Herzentzündung untersuchten. Diese Bakterien befielen neben Herzklappen auch den Herzmuskel.

Donnerstag, 9. September 2010

Wie sauber ist ihr Kühlschrank?

Wie oft reinigen sie ihren Kühlschrank? Gehört er auch zu ihrer Hausordnung dazu? Es ist erstaunlich, was sich da so alles tummelt, von Salmonellen, über Schimmel und Darmbakterien. Sehen kann man sie nicht, da sie unsichtbar sind. Auch auf Arbeitsflächen oder Reinigungstücher lauern die Krankheitserreger.

Um Bakterien und Keime im Kühlschrank zu vermeiden, sollte der Kühlschrank nicht zu warm sein. Umso höher die Temperatur, desto schneller wachsen Bakterien. Daher den Kühlschrank immer zwischen 4 Grad und 7 Grad einstellen. Das ist die ideale Temperatur, bei der die Bakterien absterben. Doch viele Personen wissen das nicht und halten die Kühlschranktemperatur geringer.

Zudem sollte Gemüse im Kühlschrank immer verpackt sein, damit der Dreck und die Erde nicht im Kühlschrank landen.

Vorsicht, wenn man rohe tierische Lebensmittel im Kühlschrank lagert. Hackfleisch, Sushi zählen zu den Lebensmitteln, die sehr sensibel sind. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man den Kühlschrank im Turnus alle zwei bis vier Wochen mit Seifenwasser auswischen.

Mehr Tipps für mehr Hygiene im Kühlschrank gibt das Bundesinstitut für Risikobewertung unter: www.bfr.bund.de

Dienstag, 11. Mai 2010

Blutvergiftung wird oft unterschätzt

Innerhalb Deutschland zählt Blutvergiftung zur drittgrößten Todesursache. Schon kleine Wunden können zu einer Blutvergiftung führen. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 154.000 Menschen an Blutvergiftung und fast die Hälfte stirbt daran. Es wird eine lebensbedrohliche Sepsis entwickelt, wenn unser Immunsystem auf eine bakterielle Infektion außer Kontrolle gerät. Durch die körpereigene Abwehr wird eine Menge an Botenstoffen frei gesetzt, die den Körper alarmieren und Entzündungen auslösen. Wenn lebenswichtige Organe, wie z. B. Lunge betroffen sind, können Patienten sterben. Deutsche Forscher entwickelten einen Wirkstoff, der es möglich macht, dass Entzündungsprozesse im Körper abfedern.

Beim Ausbruch von Sepsis entsteht LPS (Lipopolysaccharide), die entstehen, wenn sich z. B. angreifende Bakterien teilen oder wenn Antibiotika gegen die Erreger aktiv werden. Ein großes Problem ist es, dass Antibiotika bei der Bekämpfung der Bakterien die LPS freisetzen, sie aber nicht binden können, so der Biophyiker Klaus Brandenburg vom Forschungszentrum Borstel der Leibniz-Gemeinschaft. Peptide (kleine Proteine aus 20 bis 50 verknüpften Aminosäuren) können diese Bindefunktion übernehmen. Das Team unter Klaus Brandenburg konnte künstlich Proteine selbst herstellen, die im Peptid-LPS-Verhältnis von 10:1 Entzündungen hemmen können. Peptide können neben der Sepsisbekämpfung das Immunsystem und auch Vireninfektionen stärken. Doch bis sie in der Praxis eingesetzt werden, müssen sie noch längere Tests durchlaufen. Mögliche Nebenwirkungen sind zudem bisher noch nicht getestet. Bereits Anfang 2011 wollen die Froscher die Testreihe an Patienten durchführen.

Mundbakterien gefährlich für Ungeborenes

Einige von etwa 700 natürlichen Mundbakterien können zu Komplikationen in der Schwangerschaft führen, denn sie wandern über den Blutkreislauf in die Plazenta.

Auch gesunde schwangere Frauen können durch Bakterien aus dem eigenen Mundraum in Gefahr geraten. Forscher an der Case Western Reserve University in Cleveland, Ohio, entdeckten Erreger in der Plazenta und im Fruchtwasser von Schwangeren, die sich normalerweise im Mundraum befinden. Dort lösen sie Entzündungen und schlimmstenfalls Früh- oder Totgeburten aus. Forscher wollten herausfinden, wie diese Bakterien vom Mund in die Gebärmütter gelangen und spritzten menschlichen Speichel in den Schwanz von schwangeren Mäusen. 24 Stunden später vermehrten sich die Bakterien aus dem Speichel in die Plazenta der Mäuse. Die Proben stammten unter anderem von Personen mit gesunden Zähnen und Zahnfleisch sowie von Patienten mit Parodontitis.

Mit diesem neuen Experiment wurde nachgewiesen, dass die Bakterien auch aus einem völlig gesunden Mundraum in die Plazenta gelangen können. Laut dem Forscher Yping Han sind es nicht nur die gefährlichen Parodontitis-Erreger, sondern überwiegend Bakterien, die jeder gesunde Mensch in sich trägt. Im Mund verhalten sich die Bakterien völlig harmlos, in der Gebärmutter lösen sie jedoch Entzündungsreaktionen aus, die Gewebe und Gefäße angreifen und zu Krämpfen führen können.

Im nächsten Schritt möchte Yping Han herausfinden, welche der 700 Bakterien sich in der Plazente und Gebärmutter ansiedeln und eine Therapieform herausbringen.

Donnerstag, 18. Februar 2010

Todesfälle durch Bakterien


Große Mengen an Bakterien sind für Menschen lebensgefährlich. Auch Käse kann bei falscher Lagerung krank machen. Wegen einer Listeria Infektion liegen derzeit mehrere Menschen im Krankenhaus und es gab auch schon 6 Todesfälle in Verbindung mit einem Käseprodukt.

Listerien kommen überall vor und sind vor allem für Käsehersteller der reinste Alptraum. Listerien findet man in schmutzingen Abwässern, auf Obst und Gemüse, im Tierfutter und folglicherweise in Rohmilch und Rohfleisch und sie leben auch im Boden.

Für den Menschen ist der Stamm Listeria Monocytogenes gefährlich und kann bei Infektion sogar tödlich sein.

Molkereien überprüfen daher ihre Produkte äußerst präzise. Doch der aktuelle Fall der Listerien-Verseuchung von zwei Käsesorten des Discounters Lidl zeigen, dass die Kontrollen anscheinend nicht genügend waren. Bei den insgesamt 6 Todesfällen, sind vier davon in Österreich, zwei in Deutschland aufgetreten und wurden laut Robert-Koch-Institut (IKR) in Bezug auf Listerien-Verseuchung gebrac hat. Weiter wurden mehrere Krankheitsfälle am Mittwoch bekannt. Zwei weitere Menschen erkrankten an Listeriose in Mecklenburg-Vorpommern.

Die bei Lidl verkauften Käsesorten als „Reinhardshof, Harzer Käse“ und „Reinhardshof“, Bauernkäse mit Edelschimel sind inzwischen nicht mehr im Sortiment.

Edwin Ernst vom Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg äußerte: "Nach unseren Erfahrungen ist zu vermuten, dass es ein schleichendes Problem war".

Der Lebensmittelexperte geht davon aus, dass die Kontrollwerte beim Hersteller zunächst unbedenklich waren. Gegenüber Spiegel online sagte Ernst: "Wahrscheinlich waren die Werte vor dem Verpacken der Käse noch in Ordnung". Die Lagerzeiten sind sehr lange, bevor sie beim Kunden ankommen. Die Bakterien haben dann Zeit, sich zu vermehren.

Nach Angaben der der Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (AGES) sind 100.000 Keime pro Gramm nötig, um sich anzustecken.

Zum Vergleich: Der Grenzwert für Lebensmittel liegt bei 100 Keimen pro Gramm. Nur in Einzelfällen, so schreibt das RKI, haben "möglicherweise bereits wenig mehr als 100 Listerien pro Gramm Lebensmittel Erkrankungen ausgelöst".

Nach EU-Recht müssen sich Betriebe internen Qualitätskontrollen unterziehen. Diese Kontrollen hat Prolactal durchgeführt und dabei anscheinend keine Probleme festgestellt. Außerdem werden die Herstellerangaben vom amtlichen Lebensmittelkontrolleur überprüft.

Lebensmittelketten verlangen außerdem von den Herstellerbetrieben ein sehr striktes Qualitätsmanagement. "Lidl ist in der Branche dafür bekannt, besonders streng zu sein", sagt Ernst.

In einer offiziellen Stellungnahme teilt die Herstellerfirma Prolactal mit, dass sie rechtzeitig gehandelt hätten. Unmittelbar nach Verdacht hat die Geschäftsführung des Unternehmens spontan reagiert und eine Rückholaktion europaweit veranlasst.
Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit ist bei Listeriose-Infektionen recht lang. Durchschnittlich beträgt sie etwa drei Wochen. Doch auch Inkubationszeiten von bis zu 70 Tagen können möglich sein.

Listeriose-Ausbrüche sind nur selten und bei gesunden Menschen verläuft die Infektion ohne erkennbare Symptome. Bei Menschen mit einem schwachen Immunsystem kann die Listeriose zu Hirn- oder Hirnhautentzündungen führen. Auch für Schwangere ist eine Infektion sehr gefährlich. In wenigen Fällen kann es zu einer Blutvergiftung und letztendlich zum Tod führen.

Im Prinzip läßt sich eine Infektion einfach verhindern. Fleisch- und Fischgerichte sollen gründlich gegart werden und Rohmilch abgekocht werden, da Mikroben hohe Temperaturen von 70 Grad nicht überleben.

Kühles Lagern und Vakuumverpackung dagegen schützen nicht vor der Vermehrung der Erreger.
Bei langen Lagerzeiten kann es zu einer Vermehrung der Listerien kommen. Und genau das scheint im Fall der verunreinigten Lidl-Produkte die Ursache gewesen zu sein.